Leserbrief zu “Klägliche Resonanz auf Schwimmbad-Bürgerinformation”

Ein Leserbrief zum Artikel des General-Anzeigers (Klägliche Resonanz auf Schwimmbad-Bürgerinformation) vom 10.02.2017:


Nicht nur die Initiative „Kurfürstenbad bleibt!“; sondern auch die Bürgerinitiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ verteilte Flyer vor der Tür des Münstercarrés, während drin die von der Stadt organisierte Bürgerinformation zum neuen Schwimmbadbau stattfand. Denn nicht nur das Kurfürstenbad ist bereits geschlossen, sondern auch das Frankenbad soll auf Kosten des neuen Schwimmbads schließen. Und was das neue Schwimmbad angeht, hier haben Sie Recht, Herr Kleinfeld, die Veranstaltung geriet zu einer Werbeveranstaltung mit viel bunter PR und ohne Fakten.

Trotzdem maßt sich Michael Scharf vom Stadtsportbund (SSB) an, das neue Schwimmbad als alternativlos darzustellen, obwohl es außer vielen Wünschen und Vorstellungen noch keinerlei Konzept gibt. Bau- und Betriebskosten werden nicht einmal schätzungsweise kommuniziert (vielleicht damit kein Vergleich mit Sanierung und Modernisierung der bestehenden Bäder stattfinden kann?), niemand weiß bisher, wie Schul- und Vereinsschwimmen flächendeckend realisiert werden kann, geschweige denn, was von den ganzen Vorstellungen in dem gesetzten Kostenrahmen, der ja, auch wenn er nicht kommuniziert wird, irgendwo vorliegen muss, überhaupt umgesetzt werden kann. Und wenn es dann doch deutlich teurer wird? Ist dann als nächstes die Beueler Bütt dran oder vielleicht sogar das Hardtbergbad? Ich würde gerne wissen, ob man mit dem Geld, das das neue Schwimmbad kosten wird, nicht auch die bestehenden Hallenbäder sanieren und den heutigen Ansprüchen gemäß moderat aufpeppen kann. Leider ist das nicht in Erfahrung zu bringen.

Trotz dieser ganzen Unklarheiten wurde aber erstmal beschlossen, Kurfürsten- und demnächst auch Frankenbad zu schließen. Der Einzugsbereich des Frankenbads zieht sich über den gesamten Bonner Norden, der dicht besiedelt und stark wachsend ist. Aber die 45.000 Arbeitsplätze im UN-Campus (so formuliert auf www.unserneuesschwimmbad.de) scheinen interessantere Besucher zu sein, als die über 60.000 (und es werden mehr!) Bewohner und Bewohnerinnen des Bonner Nordens.

Das Frankenbad soll nach Schließung einer neuen Nutzung zugeführt werden, unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Was wird es wohl werden? Eine kulturelle Nutzung oder möchte vielleicht der SSB seine Vision vom „Haus des Sportes“ dort verwirklichen? Egal was, eine „trockene“ denkmalgerechte Sanierung wird auch einige Millionen Euro kosten. Wird dafür das Geld da sein oder wird das Grundstück im Endeffekt dann doch an einen Investor veräußert?

Fragen über Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Trinkert