Aktuelles städtisches Gutachten: Zentralbad doppelt so teuer wie Sanierung von Kurfürsten- und Frankenbad

An dieser Stelle teilen wir die Pressemitteilung der Initiative “Kurfürstenbad bleibt!” vom 13.12.2017


Aktuelles städtisches Gutachten: Zentralbad doppelt so teuer wie Sanierung von Kurfürsten- und Frankenbad

Bürgerinitiative fordert sofortiges AUS für Zentralbadpläne und Rückkehr zur Vernunft!

OB Sridharan offenbart erneut fehlendes Verantwortungs-bewusstsein gegenüber Bonner Bürgerinnen und Bürgern

Bonn, 13.12.2017

Oberbürgermeister Sridharan und seine Ratskoalition planen den Bau eines neuen Zentralbades für mehr als 60 Mio. Euro. Der Baubeschluss soll auf der Stadtratssitzung am 14.12. vom Rat getroffen werden. Gleichzeitig wollen CDU, GRÜNE und FDP die Schließung der bestehenden Stadtteilbäder im Bonner Norden und Süden. In einer aktuellen Überprüfung der vorliegenden gutachterlichen Bewertungen der Sanierungskosten von Kurfürsten- und Frankenbad hat das von der Stadt beauftragte Architektenbüro „blass architekten“ aus Euskirchen 28 Mio. Euro Nettogesamtkosten für eine Generalsanierung beider Stadtteilbäder ermittelt, die den mehr als 60 Mio. Baukosten eines neuen Zentralbades gegenüberstehen. Die brisanten Ergebnisse der gutachterlichen Überprüfung wurden von OB Sridharan mehr als acht Wochen der Presse, der Öffentlichkeit und den Abgeordneten des Stadtrats vorenthalten.

Die aktualisierte Kostenprognose des Architekturbüros „blass architekten“ für die Generalsanierung beider Stadtteilbäder basiert auf zwei städtischen Gutachten aus den Jahren 2009 und 2010, beinhaltet indizierte Kostenanpassungen und einen 15%igen Risikoaufschlag. “Damit ist jetzt klar: Das von OB und Ratskoalition favorisierte Zentralbadkonzept für eine zukünftige Bonner Bäderlandschaft belastet die Bürgerinnen und Bürger mit mindestens 30 Mio. Euro extra und ist damit doppelt so teuer, wie eine Sanierung von Franken- und Kurfürstenbad zusammen,“ meint Elisabeth Schliebitz von der Initiative „Kurfürstenbad bleibt!“.„Und die Bonner Bürgerinnen und Bürger bekommen für diese 30 Mio. Euro – wenn alles gut geht – gerade mal ein paar Rutschen und Schwimmbahnen extra – müssen dafür allerdings weiter und länger fahren und deutlich höhere Eintrittspreise zahlen. Der Bau eines Bonner Zentralbades wäre damit eine beispiellose Verschwendung öffentlicher Mittel und ist angesichts der dramatischen Verschuldungssituation – bei momentan extrem niedrigen Zinsen – der Stadt unverantwortbar. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger Bonns darf es deshalb am kommenden Donnerstag kein Weiter-So geben.“

Gleichzeitig kritisiert die Bürgerinitiative den skandalösen Umgang mit brisanten Informationen durch den Oberbürgermeister. „Die aktualisierte Kostenprognose wurde vom Architekturbüro am 10.10.2017 verfasst, den Abgeordneten des Stadtrates, wie der Presse und Öffentlichkeit aber erst zwei Monate (!) später und etwa 48 Stunden (!) vor der entscheidenden Ratssitzung zugestellt,“ sagt Axel Bergfeld von der Bürgerinitiative. “Die Antwort auf die Frage, warum der Oberbürgermeister der Öffentlichkeit die brisanten Informationen bis kurz vor der Stadtratssitzung vorenthalten hat, liegt dabei auf der Hand: Die Zahlen passen schlicht und einfach nicht zu seinem ganz persönlichen Prestigeprojekt. Denn nimmt man das Ergebnis der aktualisierten Kostenprognose unvoreingenommen zur Kenntnis, ist das Zentralbad tot!“

Im aktuellen Umgang des Oberbürgermeisters mit Informationen, die ihm nicht ins Konzept passen, sehen die beiden Initiativmitglieder System. „Der Oberbürgermeister lernt leider nur schwer dazu,“ betonen Schliebitz und Bergfeld. “Bereits die Täuschung der Bürgerinnen und Bürger bei den Mindestreparaturkosten für das Kurfürstenbad, die von ihm willkürlich aufgrund „gegriffener“ Zahlen (O-Ton SGB) mit einem Federstrich auf einem Din A4-Blatt verdoppelt wurden, wie unsere damalige Akteneinsicht ergab, offenbart ein fragwürdiges Amtsverständnis. Und das monatelange abstimmungsentscheidende Verschweigen der bestehenden SWB-Finanzierungsprobleme bei der Realisierung zweier Multimillionen-Projekte hat uns im Bürgerentscheid „Kurfürstenbad bleibt!“ zur Klage gegen OB und Stadt bewogen. Vor diesem Hintergrund fragen wir uns, ob Herr Sridharan in seiner Rolle und mit seinen Aufgaben als Oberbürgermeister mittlerweile nicht an seine Grenzen gekommen ist?“

Über Ihre Berichterstattung würden wir uns freuen.
Für Rückfragen erreichen Sie uns unter 0162 -2548032.

Lilli Schliebitz
Axel Bergfeld

Bürgerinitiative „Kurfürstenbad bleibt!“
www.kurfuerstenbad-bleibt.de
kontakt@kurfuerstenbad-bleibt.de