Leserbrief: Berichterstattung des GA zum Bäderkonzept

Leserbrief an den General-Anzeiger vom 20.03. bzgl. “Initiative fordert Sanierung der vier Hallenbäder”, Bonner GA vom 20. März 2017


Sehr geehrte Damen und Herren,

aus meiner Sicht hat der heutige Beitrag zur Diskussion um das Bäderkonzept
der Stadt Bonn einmal mehr deutlich gemacht, dass die Berichterstattung des
GA keine neutrale ist, sondern vielmehr eine im Sinne der Stadtregierung
aus CDU, FDP und Grünen.

So irritiert zunächst der Ansatz des GA, die *Frankenbadfreunde* gegen die
Initiative *Frankenbad bleibt Schwimmbad* zu positionieren. Dabei ist die
Initiative *Frankenbad bleibt Schwimmbad* vor dem Hintergrund der
Standortwahl für das zentrale Bad einerseits sowie angesichts der
unsicheren Datenprognose der Stadt Bonn zugunsten dieses weitsichtiger und
ganzheitlicher angelegt als die Ziele der *Frankenbadfreunde* es sind. Das
Frankenbad ist als Schwimmbad konzipiert worden, und es entbehrt jeder
Seriosität – und Sinnhaftigkeit – anzunehmen oder gar davon auszugehen, es
ließen sich in das Gebäude andere Funktionen auch nur ansatzweise
zufriedenstellend implementieren.

Interessant ist zudem, dass seitens der Berichterstattung des GA in diesem
Zusammenhang der Hinweis auf die Korrelationen von Bürgerinitiative und
Bürgerentscheid unterbleibt (die Stadtverwaltung agiert nicht anders, so
dass man sich fragt, welche Interessen verfolgt der GA in diesem
Zusammenhang; siehe oben). Immerhin verfolgen die Initiative *Frankenbad
bleibt Schwimmbad* gemeinsam mit der Initiative zum Kurfürstenbad das Ziel,
vier Schwimmbäder in vier Stadtbezirken zu erhalten. Bei beiden handelt es
sich um konstruktiv angelegte und ausgerichtete Initiativen. Das kann an
dem Votum „Ja“, für das geworben wird, nicht an einem Votum „Nein“ oder
„Gegen“, festgemacht werden. Die Pläne der Stadt Bonn zugunsten eines
Zentralbades sind aus vielen Gründen Ausdruck einer Position im diametralen
Gegensatz zu essentiellen öffentlichen Aufgaben.

Ganz offensichtlich traut sich auch der GA nicht, der Stadt und ihrer
Verwaltung klarzumachen, dass die aktuelle Situationen der Hallenbäder in
Bonn im Wesentlichen auf die dauerhaft mangelnde Bereitschaft
zurückzuführen ist, bauliche Strukturen dieser Stadt angemessen zu
unterhalten. Der Versuch, diese Unterlassung mittels eines neuen „Spaßbads“
und der damit verbundenen Möglichkeiten, sich anlässlich von
Grundsteinlegung, Richtfest und Eröffnung öffentlichkeitswirksam als Macher
zeigen zu können, überstrahlen zu wollen, kann nur zu leicht als Ablenkung
entlarvt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ludger Dederich


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